Positionspapier zur ersten Sitzung des Mobilitäts- und Sicherheitssenats

Das folgende Positionspapier des Bürgervereins Untere Historische Bergstadt e. V. befasst sich mit der geplanten Abbindung des südlichen Kreuzungsarms am Torschuster und der Umsetzung der im Verkehrsentwicklungsplan 2030 vorgesehenen Schleifenlösung. Es wurde den Mitgliedern des Mobilitäts- und Sicherheitssenats im Bamberger Stadtratper E-Mail übermittelt.

Anlass war die erste Sitzung des Mobilitäts- und Sicherheitssenats nach der Kommunalwahl am 01. Juli 2026. Das Gremium kam dabei erstmals in neuer Besetzung zusammen.


An die Mitglieder des

Mobilitäts- und Sicherheitssenat

im Stadtrat der Stadt Bamberg

Bamberg, 29. Juni 2026

Abbindung des südlichen Kreuzungsarms am Torschuster

Die Ausgangslage

Der Torschuster ist die Schlüsselkreuzung im historischen Berggebiet. Hier treffen enge Straßenräume, Schulwege, Anwohnerverkehr, Fuß- und Radverkehr sowie die Zugänglichkeit wichtiger Einrichtungen aufeinander. Der Raum ist begrenzt. Er lässt sich baulich nicht erweitern. Deshalb braucht es eine Verkehrsordnung, die zu den tatsächlichen Bedingungen vor Ort passt.

Die im Verkehrsentwicklungsplan 2030 (VEP 2030) vorgesehene Abbindung des südlichen Kreuzungsarms am Torschuster (Sutte/Maternstraße), auch als „Schleifenlösung“ bezeichnet, ist dafür die fachlich geprüfte Maßnahme. Sie reduziert vermeidbaren motorisierten Durchgangsverkehr in besonders engen, verkehrsberuhigten und schulwegrelevanten Straßenräumen.

Worum es tatsächlich geht: Eine Abkürzung für Autos

Das Thema ist emotional aufgeladen. Mit der Schleifenlösung entfällt künftig eine häufig genutzte Kfz-Abkürzung. Sie wird nicht nur von ortskundigen Autofahrerinnen und Autofahrern gerne genutzt, sondern auch durch Routenempfehlungen gängiger Navigations-Apps von Touristen und außerstädtischem Durchgangsverkehr. Für einen Teil des Kfz-Verkehrs entstehen durch Wegfall der Abkürzung somit längere Wege. Dieser Effekt ist jedoch abzuwägen gegen die Entlastung besonders sensibler Straßenräume und eine höhere Aufenthaltsqualität für Bürgerinnen und Bürger wie auch Besucherinnen und Besucher des Welterbes.

Der VEP 2030 beziffert die Entlastung deutlich: In Sutte und Maternstraße sollen je Straße rund 2.000 bis 2.600 Kfz pro Tag entfallen. Die erwarteten Zunahmen am Unteren Kaulberg und in Wildensorg fallen geringer aus und werden im VEP als verkehrlich bewältigbar bewertet. Die Bewertung stützt sich dabei nicht nur auf ein Modell, sondern auch auf die Erfahrungen mit der baustellenbedingten Sperrung im Zuge der Baumaßnahmen 2018 bis 2020.

Die Kreuzung am Torschuster wird nicht gesperrt.

Wichtig: Nicht der Torschuster wird gesperrt, sondern nur der südliche Kreuzungsarm in Richtung Sutte und Maternstraße abgebunden. Hier entfällt die direkte Kfz-Durchfahrt. Die drei übrigen Kreuzungsarme bleiben für den Kfz-Verkehr offen; Sutte und Maternstraße bleiben von Süden für Ziel- und Quellverkehr befahrbar. Einsatzfahrzeuge, Müllabfuhr sowie Fuß- und Radverkehr können Sutte und Maternstraße weiterhin frei passieren. Der öffentliche- und schulische Busverkehr über den Torschuster bleibt unbeeinträchtigt.

Weniger Verkehrsdruck auf Schulwege und Altstadt

Die Entlastung durch die Abbindung endet zudem nicht an den beiden Straßen selbst. Weniger Durchgangsverkehr in Sutte und Maternstraße bedeutet auch weniger Verkehrsdruck auf die anschließenden engen Altstadträume und Schulwege.

Besonders wichtig ist das für die Schulwege im Umfeld von Domschule, Montessori-Schule, Kaiser-Heinrich-Gymnasium, Don Bosco-Hort und Musikschule. Kinder und Jugendliche brauchen dort übersichtliche und verlässliche Verkehrsverhältnisse.

Die Schleifenlösung ordnet also nicht nur einen einzelnen Knotenpunkt neu, sondern stärkt auch die Funktion der bestehenden Umgehungsstraßen, die gezielt mit hohem Investitionsaufwand geschaffen wurden, um nicht notwendigen innerstädtischen Verkehr aufzunehmen und aus sensiblen Bereichen herauszuhalten.

Der Mobilitätssenat entscheidet damit nicht über ein Sonderinteresse der Anwohner einzelner Straßenzüge. Er entscheidet über mehr Sicherheit – insbesondere der Schulwege, bessere Aufenthaltsqualität und stadtverträgliche Mobilität im Berggebiet.

Wahlaussagen einhalten – politische Beschlüsse verlässlich umsetzen

Die Abbindung des südlichen Arms am Torschuster ist fachlich im VEP 2030 untersucht und nach der Kommunalwahl 2026 erneut bekräftigt worden. In den gemeinsamen Leitlinien von Grünes Bamberg, SPD, CSB, Zwiebel, Volt und Freien Wählern heißt es ausdrücklich: „Am Torschuster realisieren wir die im VEP 2030 vom Stadtrat beschlossene Schleifenlösung.“

Auch der neue Oberbürgermeister hat die Umsetzung im Wahlkampf unterstützt. Damit ist die Abbindung des südlichen Kreuzungsarms am Torschuster politisch kein Prüfauftrag mehr, sondern ein Umsetzungsauftrag. Widerstand wird es geben. Einwände gehören zu einer solchen Entscheidung dazu. Doch sie dürfen nicht dazu führen, eine fachlich geprüfte und politisch beschlossene Maßnahme erneut aufzuschieben.

Der Mobilitätssenat sollte die Schleifenlösung jetzt verbindlich auf den Weg bringen.

Mit freundlichen Grüßen

Gregor Linz                                          Christoph Müller

1. Vorsitzender                                    2. Vorsitzender


Das Positionspaper „Abbindung des südlichen Kreuzungsarms am Torschuster“ zum Download als pdf-Datei.